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Der Fuchs

   

Reden wir in unseren Breiten vom Fuchs, so meinen wir den Rotfuchs. Diese Art  ist der einzige Vertreter der Gattung Vulpes im Harz.

Der Fuchs, bei uns auch oft Reinecke genannt, gehört zur Familie der Hunde. So gibt es im Harz auch eine seltene, alte Hütehunderasse die den Namen „Harzer Fuchs“ trägt.

Reinecke, der seinen Namen von  einer spätmittelalterlichen Fabel  mit Namen „Reynke de vos“ bekommen hat, spielte im Leben der Menschen immer eine bedeutende Rolle. Wir verbinden mit ihm eine individuelle Schläue, das gesetzte Ziel mit einigen Tricks auch zu erreichen.  „Du bist aber ein Fuchs“ lautet oftmals der Ausspruch, welcher unverhohlen-bewundernd ist.

Illustration von Lisa Berg

Von den verschiedensten Dichtern und Literaten wurde das Darsteller „Fuchs“  in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder neu  als Thema aufgegriffen. Charakterisiert wurde er  dabei als schlau, hinterlistig, falsch, rachsüchtig und vor allem umtrieben. Diese dominierenden,  negativ zugeschriebenen Eigenschaften prägen das Fuchsbild bis heute.

Dabei hatten wir Menschen wohl einfach nur Respekt vor diesem kleinen Raubtier. Gefährlich, wie Bär und Wolf konnte er uns nicht werden. Aber er hatte sich geschickt der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft angepasst und durch seine gesuchte Nähe zum Menschen seinen Speiseplan erweitert.  Diese Zeit ist allerdings unwiederbringlich vorüber, denn wo gibt es noch Bauernhöfe alter Prägung.

        Rotfuchs  Rotfuchs  Rotfuchs

Da der Fuchs an seinen Lebensraum keine großen Anforderungen stellt  und er sehr anpassungsfähig ist, stellte das für ihn kein Problem dar. Der kleine Fleischfresser wiegt durchschnittlich etwa zwischen 5 und 7 kg und ist somit etwa eine Gewichtsklasse mit unseren Hauskatzen.  Auch sonst weist er einige Ähnlichkeiten mit unseren Katzen auf. Er hat einen verhältnismäßig langen Schwanz (30-50cm) und er kann auch erheblich besser klettern als seine Hundefamilie. Und letztendlich ähnelt auch das Jagdverhalten, anpirschen und zuspringen, dem von Katzen.

Das Katzen und Füchse, trotz unterschiedlicher Familienzugehörigkeit,  zahlreiche Ähnlichkeiten im Verhalten, wie auch im Körperbau aufweisen, ist wohl evolutionstechnisch auf das gleiche Beuteschema „Kleinnager“ zurückzuführen.

Im Harz haben die Füchse meist ein rötliches Fell, die Bauchseite ist weiß.  Daher auch sein Name Rotfuchs.  Lange Zeit wurde angenommen, dass Füchse Einzelgänger sind. Diese Sozialthese wurde wiederlegt, denn heute weiß man, dass sie in Familiengruppen zusammenleben. Füchse paaren sich nur innerhalb der Ranzzeit. Die männlichen Füchse, Rüden genannt, sind von Dezember bis März befruchtungsfähig. Die Weibchen, Fähen genannt, hingegen nur 3-4 Tage. Daher folgen die Rüden ihrer Auserwählten oft über einen längeren Zeitraum.  Nach der Paarung wird begonnen den Bau anzulegen, sofern nicht schon einer vorhanden ist. Füchse graben ihn mitunter tief ins Erdreich, schaffen sich dabei aber immer mehrere Ausgänge. Es werden aber auch andere Bauformen angenommen oder Bauten vom Dachs übernommen.

        Rotfuchs  Rotfuchs  Rotfuchs

Nach einer Tragezeit von etwa 50 Tagen kommen dann 4 bis 6 Junge zur Welt. Die Welpen sind in den ersten 14 Tagen blind und auf die Fürsorge der Mutter angewiesen. Nach etwa einem Monat verlassen die Jungfüchse erstmals den Bau. Sie haben dann schon ein rötliches Fell sowie Milchzähne und beginnen erste, von den Eltern gefangene, Beute zu fressen. Im  Herbst  können sie dann die Eltern  verlassen, oder aber sie bleiben im Familienverband. 

Wie schon erwähnt, besteht die Hauptnahrungsquelle der Füchse aus Kleinnagetieren. Aber das Nahrungsspektrum kann sehr viel breiter sein:  Regenwürmer, Vögel aller Art- besonders Bodenbrüter, Hausgeflügel sowie Junglämmer, aber auch Obst und Aas gehören dazu.  Letzteres ist wohl auch dafür verantwortlich, dass Füchse oftmals Parasiten oder Krankheiten haben und übertragen. Dazu zählen zahlreiche Wurmarten, insbesondere der Fuchsbandwurm sowie Staupe und Tollwut.

Im Harz hat der Fuchs nur einen Fressfeind und das ist der wiederangesiedelte Luchs. Die Lebenserwartung des Fuchses ist sehr unterschiedlich, kann aber die eines Hundes erreichen. 

Auf jeden Fall ist der Fuchs auch heute noch  ein Thema – für mich spätestens, wenn ich wieder mit meinem Beagle  im Wald unterwegs bin.              




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Copyright Fotos: Wolfgang Stolze   Copyright Foto, Text: Bernd Sternal 2009 Illustration: Lisa Berg